HD-TV

HD-TV steht für "High Definition Television" und bezeichnet eine Menge von Standards, die entwickelt wurden, um das gute alte Fernsehen für das 21. Jahrhundert fit zu machen.

Geschichte

Seit dem Aufkommen des Farbfernsehens in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich an der Technologie hinter den Bildern kaum etwas getan. Zwar machten sich Anfang der 80er Jahre die IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) und SMPTE
(Society of Motion Picture and Television Engineers) bereits daran, die Zukunft des Fernsehens zu gestalten, doch erst die fortschreitende Entwicklung der Digitaltechnik in den 90ern machte es möglich, diese Pläne zufriedenstellend zu verwirklichen, hauptsächlich aus Gründen der Bandbreite in den Kabelnetzen.

Ausstrahlung

Auf Kabelnetze ist HDTV natürlich nicht beschränkt. Jedes Gerät dass Videosignale zu einem Beamer oder Fernseher ausgibt kann sich den HD-Standard zunutze machen. Dazu gehören PCs genauso wie DVD-, HD-DVD- oder Blu-Ray-Player und moderne Spielkonsolen. Auch über Satellit und digitales terrestrisches Fernsehen (DVB) können HD-TV Signale empfangen werden.

Bildformate

Was genau bezeichnet HD-TV nun eigentlich? Im Grunde handelt es sich um eine Reihe von  Auflösungsstandards der Videobildes. Gewöhnliche PAL Bilder laufen mit einer Zeilenzahl von 576 Zeilen bei 50Hz im Interlaced-Betrieb. Interlaced bedeutet dabei, dass statt 25
Vollbildern pro Sekunde 50 Halbbilder dargestellt werden, jeweils abwechselnd nur die geraden oder nur die ungeraden Zeilen. Dadurch wird verhindert dass das Bild flimmert und trotzdem Bandbreite gespart. Im US-amerikanischen Raum findet der NTSC-Standard Verwendung mit 480 Zeilen und 60 Halbbildern pro Sekunde.
HD-TV erreicht nun 2 Dinge: Zum einen werden die Standards vereinigt, die Unterscheidung zwischen NTSC und PAL entfällt, zum anderen werden die Bildwiederholrate und Auflösung erhöht.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die 2 wichtigsten von HD-TV definierten Standards
im Vergleich zu PAL:


PAL

720p

1080i

Vertikale Auflösung

576 Zeilen

720 Zeilen

1080 Zeilen

Horizontale Auflösung

720 Linien (max.)

1280 Linien

1920 Linien

Bildpunkte gesamt (max.)

414.720

921.600
(2,2 x höher als PAL)

2.073.600
(5 x höher als PAL)

Bildwiederholung

interlaced

progressive

interlaced

Bildformat

4:3 (1,33:1)

16:9 (1,78:1)

16:9 (1,78:1)

Progressive bedeutet hier das Gegenteil zu Interlaced, es werden also keine Halbbilder dargestellt, sondern stets Vollbilder. Varianten von den aufgezählten Standards sind 720i (720 Zeilen interlaced) sowie 1080p (1080 Zeilen progressive). Teilweise wird der Modus 480p (480 Zeilen progressive) auch noch zu HD-TV gezählt. Obwohl der progressive Bildaufbau eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Interlaced-Modus bietet, ist 480p kein HD-TV. Darüberhinaus ist jede der Varianten sowohl mit 60Hz als auch mit 50Hz verwendbar, abhängig vom Standort. In Deutschland wird HD-TV mit 50 Hz betrieben, in den USA mit 60 Hz.

Weitere Begriffe

Über diese Bildstandards hinaus tummeln sich in der HD-Sphäre noch weitere Begriffe, die mit dem HD-Standard streng genommen nichts zu tun haben, in der Praxis aber stets dort auftauchen wo von HD-TV die Rede ist. Häufig handelt es sich dabei um Technologien die HD-TV unterstüzen.

Dolby Digital ist ein Tonformat dass inzwischen wohl niemandem mehr erklärt zu werden braucht der sich auch nur Oberflächlich mit Heimkinos befasst hat. Einen Film in überragender Bildqualität mit langweiligem Stereo-Sound zu schauen reizt niemanden, daher wundert es nicht, dass HD-Aufzeichnungen mit dem beliebten digitalen Mehrkanalton ausgestattet werden. Diese Verbindung ist aber in keinem Standard festgehalten, es können genausogut andere Tonformate mit dem HD-Bild gemischt werden, z.B. AC3 oder bei älteren Filmen die nie mit mehr als zwei Tonspuren aufgenommen wurden eben doch nur Stereo.

HDMI ist eine neuentwickelte digitale Hochleistungs- schnittstelle um Geräte der Unterhaltungselektronik miteinander zu verbinden. Über sie können Audio- und Videodatenströme gleichzeitig übertragen werden, lästiger Kabelsalat wird so minimiert. HDMI bietet sich für den Transport von audiovisuellen Daten von einem rein digitalen Abspielgerät (z.B. DVD-Player) zu einem rein digitalen Ausgabegerät (Beamer oder Flachbild-Fernseher) natürlich an, HD-TV kann aber ebenso über analoge Kabel, in der Regel in Component-Kodierung, übertragen werden.

HDCP ist ein Verschlüsselungsstandard mit dem die Filmindustrie verhindern will, dass hochaufgelöste digitale Videosignale abgegriffen und zur Herstellung von Kopien in hoher Qualität benutzt werden. Die Entschlüsselung erfolgt erst unmittelbar vor der tatsächlichen Darstellung im Ausgabegerät. Mittels eines sogenannten Broadcast-Flags können Filme und diese können dann nur noch in verminderter Qualität aufgezeichnet werden.

HD-READY Das HD-Ready Siegel wird von der EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Industry Technology Association) verliehen und bietet Verbrauchern die Möglichkeit, schnell erkennen zu können, ob ein Ausgabegerät (Beamer, Flachbildschirm oder Röhren-Fernseher) HD-TV fähig ist. Um das Siegel erhalten zu können, muss ein Gerät folgende Eigenschaften erfüllen:

  • eine native 16:9-Auflösung von wenigstens 720 Zeilen
  • (mindestens) einen analogen YPbPr-Komponenteneingang
  • (mindestens) einen HDCP-verschlüsselungsfähigen digitalen Eingang (DVI-D/-I oder HDMI)
  • über beide Eingänge (jeweils bei 50 und 60 Hertz, beim digitalen unverschlüsselt und verschlüsselt)

    • Vollbilder von 1280 × 720 Pixeln (720p) und
    • Halbbilder von 1920 × 1080 Pixeln (1080i) verarbeiten können.

Motiv bei der Schaffung des Siegels war das Drängen der Filmindustrie auf eine konsequente Durchsetzung der HDCP Verschlüsselung. Ohne HDCP-fähige Ausgabegeräte wäre es schwierig, HDCP-verschlüsselte Filme zu vermarkten.

Datenträger

Für die Speicherung hochauflösender Spielfilme reicht die herkömmliche DVD nicht mehr aus. Zwei Formate konkurrieren derzeit um die Nachfolge:

BLU-RAY Der Name Blu-Ray bedeutet "Blauer Strahl" und das genau steckt auch dahinter: die kürzere Wellenlänge blauen Laser-Lichts ermöglicht eine enorm hohe Kapazität auf einer Scheibe nicht größer als eine herkömmliche CD oder DVD. Blu-ray-Discs werden mit 25 und 50 GB erhältlich sein. Eine Blu-ray-Disc mit 50 GB fasst 77-mal mehr Informationen als eine CD und sechsmal mehr als eine doppelseitige DVD, über 50.000 Fotos mit hoher Auflösung, 15.000 Musiktitel oder vollständige unkomprimierte High-Definition-Filme. Blu-Ray wird zur Zeit vor allem von Sonys Playstation 3 unterstützt.

HD-DVD Neben Blue-Ray ist HD-DVD der zweite Standard der um die Gunst der Fans in aller Welt buhlt, die hochauflösender Filme in ihrem Heimkino geniessen wollen. HD-DVD ist zum bestehenden DVD-Standard kompatibel, die Herstellung der Discs ist einfacher als bei Blu-Ray und die Technik für die Wiedergabe einfacher und robuster. Das kommt dadurch, dass die bei Blu-Ray benötigten blauen Laserdioden extrem schwer herzustellen sind. Mit HD-DVD lassen sich ausserdem sogenannte Hybrid-Discs produzieren, die ähnlich Dual-Layer-DVDs aufgebaut sind und dabei auf einem Layer Daten im DVD-Format, auf dem anderen im HD-DVD Format enthalten. Für den Verbraucher bestehen bei beiden Techniken, HD-DVD und Blu-Ray, kaum wesentliche Unterschiede, es ist daher schwer vorauszusagen, welches der Formate sich auf lange Sicht durchsetzen wird. HD-DVD ist das Format mit dem Microsoft seine Xbox 360 gegen die Playstation durchsetzen will.

Weitere Fachbegriffe rund um das Thema HD-TV und andere finden Sie in unserem Beamer Lexikon.